
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das alte Jahr geht, das neue Jahr kommt. Zeit über das Vergangene nachzudenken und sich auf das Neue vorzubereiten. Natürlich ist es menschlich zuerst über die weniger schönen Dinge im Jahr 2025 zu sprechen – und ja, auch mir fallen davon so Einige ein.
Die Reform der Notfallversorgung lässt weiter auf sich warten und es gibt immer noch kein neues Rettungsdienst Gesetz. Dafür greift die Krankenhausreform und erstmals bin ich mit den Herausforderungen, die die Trennung eines Krankenhauses von der Notfallversorgung mit sich bringt, unmittelbar konfrontiert worden. Ich kann sagen, es ist noch erheblich multifaktorieller und bringt noch viel mehr Arbeit mit sich als ich gedacht hätte.
Telenotarzt – in den Startlöchern, Elektronische Einsatzdokumentation – fast soweit fertig, Überörtliche Konzepte – beinahe neu, Gemeinsame Übungen – hat irgendwie nicht geklappt, BTM im Rettungsdienst – auch hier sind wir auf einem guten Weg.
Und das ist sicher nur ein kleiner Teil gewesen.
Wie gesagt, es ist menschlich über das Negative zu sprechen und jede und jeder, der diese Punkte kritisiert, hat absolut recht. Da ist im wahrsten Sinne des Wortes noch viel Luft nach oben.
Und dennoch setzt Ihr Euch Tag für Tag für die Menschen im Rhein-Kreis Neuss ein. Trotz der vielen Herausforderungen ruft Ihr zum x-ten Mal für einen Patienten im Krankenhaus an und sucht die bestmögliche Versorgung. Obwohl es nervt auf Rote MediRIG Bildschirme zu blicken und obwohl jeder weiß, dass es in den Notaufnahmen ebenso herausfordernd ist wie im Rettungsdienst und Krankentransport, trotzdem versucht Ihr immer wieder zu kommunizieren und eine Lösung zu finden.
Was sagt mir das? Und damit bin ich beim eigentlich wichtigen Thema.
Zum einen – Ihr seid großartig und jedem von Euch gebührt großer Dank. Nicht nur zum Jahreswechsel, sondern an jedem Tag. Immer dann wenn Ihr einspringt, immer dann, wenn ein Wochenende oder eine Nacht draufgeht. Einfach immer – DANKE
Zum anderen – dieses Engagement muss Ansporn sein die Dinge anzugehen. Es kann nicht sein, dass die nervigen Dinge im Alltag, dieses Frustpotential, dazu führen, dass der Eine oder die Andere beschließen, dass es keinen Sinn mehr hat und sich etwas anderes suchen. Hieran müssen wir, hieran möchte ich arbeiten.
Nicht alles können wie direkt beeinflussen, häufig sind wir fremdbestimmt, aber an jedem Tag in 2026 können wir versuchen etwas besser zu werden und dann werden wir feststellen, dass wir am Ende des Jahres einen großen Schritt weitergekommen sind.
Ich wünsche Euch allen einen guten Start in das neue Jahr, Gesundheit, Glück und eben alles, was man sich so wünschen kann. Aber vor allem freue ich mich darauf Euch wiederzusehen und mit Euch zusammen an unserem Rettungsdienst zu arbeiten.
Liebe Grüße und rutscht vorsichtig
Marc Zellerhoff